Cali6

Surfing

california

Wir schreiben den 6. Novemer 2013 und unter uns sieht man in der Dämmerung das Lichtermeer von Las Vegas.
Es wirkt surreal, wie aus dem Nichts eine Metropole in der Wüste erscheint. So schnell, wie ich die Stadt erblickte, verschwand sie dann auch wieder. Ungeachtet dessen setzte der Pilot seinen Landeanflug Richtung LAX fort.

„L. A., L. A., big city of dreams
But everything in L. A. ain’t always what it seems
You might get fooled if you come from outta town
Cos we coming from …“,

ertönte es aus meinen Kopfhörern und der Trip konnte beginnen.

TAG 1:
Der Wecker klingelte … zack, zack, alle wach? Surfen stand an erster Stelle, also Bretter untern Arm und voller Vorfreude ab an den Strand. Die Ernüchterung kam prompt, denn der Blick aufs Meer zeigte uns Wellen, die einem guten Tag auf Sylt glichen. Im Gedanken fragten wir uns: „Muss man dafür so weit fliegen?“ Aber hey,
war der erste Tag! Kurz reingesprungen, hinterher ein gutes Frühstück und den Rest des Tages mit den Freunden abhängen. PERFECT!

TAG 2:
… kingelingeling, täglich grüßt das Murmeltier. Ab zum Strand und eine erneute Ernüchterung: keine Wellen … Was machen sportliche, wasserliebende Dudes, wenn der Plan nicht funktioniert? Sofort mit dem Trinken anfangen, oder? Wir entschieden uns doch für das Frühstück wie am Vortag und liehen uns für einen Tag SUPs aus. Hat derbe Spaß gemacht …

TAG 3–4:
Die Wellen blieben immer noch aus, doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es einfach so viel zu erleben. Da unterschiedliche Aktivitäten gewünscht wurden, trennte sich die Gruppe. Christian und Melf dachten über eine Sightseeing-Tour nach, machten sich in ihrem Ford Mustang auf den Weg nach Las Vegas und ließen das Meer von Glanz, Glamour und Licht auf sich wirken. Kurz noch die Rocky Mountains angekuckt, und sie kamen wie gut gekochte Krebse zurück.
Ken, Angelo und meine Wenigkeit ließen diese Tour aus und fuhren zu Christenson Surfboards, Mollusk und nach L. A., um einen Freund von Ken zu treffen. Abends waren wir wieder vereint, erzählten uns Geschichten und tranken das ein oder auch andere Bier.

TAG 5:
The Surf is on … obwohl immer noch mittelmäßig. Nichtsdestotrotz hatten wir eine gute Session bei Blackʼs Beach“. Mehrere Wege führen ans Ziel. Wir entschieden uns für den Ho Chi Minh Trail, er ist nicht so bekannt und hat seine Tücken, gerade wenn es nass ist, kann der Weg zu einer gefährlichen Rutschpartie werden. Namensgeber war der Präsident von Nordvietnam. Im VietnamkKrieg war dieser Weg ein militärisches Meisterwerk für den Nachschub. Danach ging es zum Frisbee Golf. OOOOOHHHHHH LORD, was haben wir gelacht.
Es ist nicht vergleichbar mit dem elitären Golf, es ist ein 18-Loch-Course voller Freaks, Nerds, Bier und süßlichem Duft, Sportgeräte und der Natur. Mit den schweren, leichten und weichen Fluggeräten muss man auf lange Distanz in einen Korb werfen. Sounds easy, dem ist aber nicht so. Wir bekamen eine Frisbee und mussten damit losziehen. Profis haben Hip Bags oder Umhängetaschen mit einem Dutzend Scheiben am Start und werfen punktgenau über 100 Meter. Wir werden da nie hinkommen, aber Spaß macht es trotzdem.

TAG 6:
Shit, die Wellen wurden wieder weniger. Kleine Runde surfen und danach gab es den besten French Toast bei Pacific Drive um die Ecke. Yummy, yummy!

TAG 7:
Shopping, shopping, shopping. Ein kompletter Tag, nur um unseren Lieben zu Hause Geschenke mitzubringen. Eigentlich denkt man, nur Frauen geht es so, aber bei uns verging die Zeit wie im Fluge, und so konnte sich mein Kleiner über seine ersten Nikes freuen.

TAG 8:
Die wellenreichste Zeit war es nicht, aber mit den besten Jungs erneut so einen Trip zu machen, den wir vor 18 Jahren schon einmal erleben durften, war ein Geschenk.

Das Fazit der Reise ist: Auch wenn es keine Wellen gab – es gibt immer noch Frisbee Golf und die Crew.

Foto und Text: Andre’ Möller